Aktuelles aus
den Friedensparks

Soldatenfriedhöfe in Groß Nädlitz und Budaörs eingeweiht
Über 25 000 Gefallene ruhen auf den beiden großen Sammelfriedhöfen in Polen und Ungarn.

Es war ein Tag der deutsch-polnischen Freundschaft, als etwa fünfhundert Angehörige aus Deutschland gemeinsam mit den Einwohnern des Dorfes Nadolice Wielkie, dem früheren Groß Nädlitz, bei Breslau die dortige Kriegsgräberstätte für deutsche Gefallene des Zweiten Weltkrieges einweihten.

Auf dem 3,5 Hektar großen Gelände haben die Mitarbeiter des Volksbundes seit 1998 etwa 12 000 Gefallene beigesetzt, deren Gebeine sie im Raum Niederschlesien und Oppeln bergen konnten. Weitere 6 000 Gefallene werden hier in den nächsten Jahren ihre letzte Ruhestätte erhalten. 1998 legte der Volksbund auf dem Areal auch einen Friedenspark an, für den bisher über 626 Bäume gestiftet wurden. Die regelmäßigen Besuche der Baumpaten und Angehörigen, mehrere Jugendlager und die Integration des Friedhofes in das dörfliche Alltagsleben führten dazu, dass sich die Kriegsgräberstätte in Groß Nädlitz schon lange vor ihrer offiziellen Einweihung zu einer Stätte der deutsch-polnischen Freundschaft entwickelte. So arbeiteten im Mai 2000 hier auch erstmals in der deutsch-polnischen Geschichte junge Soldaten beider Staaten gemeinsam auf einem deutschen Friedhof in Polen.

An der Einweihung, die mit einem Gottesdienst in der Gemeindekirche begann, nahmen unter anderem Kardinal Henryk Gulbinowicz, der Erzbischof von Wroclaw (Breslau),Frank Elbe, der deutsche Botschafter in Polen sowie Vertreter der Woiwodschafts- und Gemeindeverwaltung teil. Karl-Wilhelm Lange, Präsident des Volksbundes, begrüßte die Teilnehmer. Die Gedenkansprache hielt Friederike de Haas, Abgeordnete des Landtages in Dresden und Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen, der die Patenschaft über die Kriegsgräberstätte Groß Nädlitz übernommen hat.

Etwa 468 000 deutsche Soldaten sind auf dem Gebiet des heutigen Polen während des Zweiten Weltkrieges gefallen. Seit 1991 hat der Volksbund acht zentrale Kriegsgräberstätten einweihen können: in Joachimow-Mogily, Warschau-Nord, Krakau, Posen, Przemysl, Mlawka, Modlin und Siemianowice (Laurahütte).

Der Friedhof in Budaörs nahe Budapest ist die letzte Ruhestätte für derzeit 13 192 deutsche und 567 ungarische Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg bei Kämpfen in Ungarn gefallen sind. Der Ehrenpräsident des Volksbundes, Hans-Otto Weber, erklärte in seiner Ansprache, dass diese Gedenkstätte „an das unfassbare Leid, welches Krieg, Besatzung und Vertreibung über dieses Land gebracht haben, erinnere." Er fügte hinzu, dass „diese Gräber uns auch an unsere persönliche Mitverantwortung für die Bewahrung des Friedens erinnern." Tamas Wittinghof, Bürgermeister von Budaörs, berichtete, dass die Vertreibung der deutschstämmigen Bevölkerung aus Ungarn 1946 in Budaörs begann: „Man nannte es zwar Aussiedlung, aber 80 Prozent der hier lebenden Ungarndeutschen wurden aus ihren Häusern praktisch vertrieben. " Die Stadt unterhält heute einige freundschaftliche Beziehungen zu vielen der heute in Deutschland lebenden ehemaligen Bürger. Die Gedenkrede hielt Wilfried Gruber, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland. Er wünscht „dass dieser Ort ein Mahnmal gegen Krieg und Vergessen sein möge und zur Versöhnung, zur Toleranz und zum Einsatz für den Frieden auffordert."

Der sechs Hektar große Soldatenfriedhof ist die größte deutsche Gräber- und Gedenkstätte in Ungarn. Die ebenfalls 567 bestatteten Ungarn fielen als Angehörige der mit der Wehrmacht verbündeten ungarischen Armee. Auch zu dieser Gedenkstätte gehört ein Friedenspark mit 674 Bäumen von Mitgliedern, Spendern und Partnern des Volksbundes